Die Kunst des Zuhörens: Wie gute Gespräche echte Verbindungen schaffen

Die Kunst des Zuhörens: Wie gute Gespräche echte Verbindungen schaffen

Die Kunst des Zuhörens

Gute Gespräche

Wann hast du Dich das letzte Mal gefragt, wann ein Gespräch mehr ist als nur ein Austausch von Worten? Wann und wodurch können Worte eine echte Verbindung zwischen Menschen schaffen? In einer Welt, die immer mehr von digitaler Kommunikation geprägt wird, scheint die Kunst des Zuhörens fast in Vergessenheit zu geraten. Doch gerade jetzt ist sie wichtiger denn je.

Bedeutung des Zuhörens

Mein Herz schreit schon immer nach Kommunikation und sozialem Kontakt. Ein Sportfreund bezeichnete mich einmal als „social nerd“ – ein Kompliment in meinen Augen.

In diesem Artikel soll aber gar nicht so sehr über mich gehen, sondern ich möchte eine Erkenntnis mit Euch teilen, die ich gestern Abend nach reichlich gutem Kaffee und äußerst gutem Weißwein über das Führen guter Gespräche hatte.

Die Kunst des Zuhörens

Zu Beginn des Jahres sprachen wir in einer Weiterbildung für Führungskräfte über das Zuhören. Eine Frage, die ich dazu gern mitbringe: Wann hast du das letzte Mal so gut zugehört wie Momo? (aus Michael Ende) Für mich ist das Zuhören die Grundlage für das miteinander in Verbindung gehen. Jedoch genügt es mir nicht, dass zwei oder mehr Menschen aneinander gereihte Monologe führen. Verbindung entsteht für mich erst, wenn mein Gegenüber in meine Welt eintaucht, versucht, sie zu ergründen und zu verstehen. Übrigens auch nicht, um von sich selbst zu erzählen, sondern in dem kleinen Moment seine Aufmerksamkeit in dem Moment ausschließlich seinem Gegenüber zu widmen.

Resonanz und Bindung

Wenn dies im Wechsel miteinander gelingt, es schwingt quasi hin und her wie ein Pendel (ich denke bei diesen Formulierungen an das Resonanzbuch von Hartmut Rosa), dann entsteht für mich Verbindung und Resonanz. Dies erfüllt mich und stimmt mich glücklich. In solchen Momenten könnten wir vermutlich ein Feuerwerk an Glückshormonen in unserem Gehirn beobachten.

Mein Gesprächspartner gestern war äußerst unterhaltsam, führte jedoch einen sehr interessanten, eher unterhaltenden Monolog.

Irgendwann stellte ich ihm die Frage, ob er mich eigentlich unterhalten möchte oder sich mit mir unterhalten möchte?

Der kleine feine Unterschied. Großartig, was sich dann entpuppte: es stellte sich heraus, dass genau auf diese Weise kommunikative Prozesse in seinen Freundschaften abliefen. Man wirft sich die Bälle zu, man „muss nicht“ nachfragen – es schwingt von allein. Das mag sein und mag gelingen. Im Kontakt mit einer fremden Person kann dies zur Irritation führen. So teilte ich nochmal, dass ich durch sein Kommunikationsverhalten den Eindruck habe, dass er mich vermutlich eher unterhalten möchte, lieber von sich selbst erzählt und ich als seine Gesprächspartnerin nur interessant als geduldige Zuhörerin bin. Dies jedoch sei für mich kein gutes Gespräch. Siehe da, Irritation trat ein, das eigene Kommunikationsverhalten hinterfragt und angepasst – plötzlich wurden Fragen gestellt. Es entstand eine Unterhaltung MITEINANDER.

Das Level der Meta-Ebenen-Kommunikation – also über die gemeinsame Kommunikation sprechen zu können – zu erreichen, macht mich meist sehr glücklich. Auch dadurch entsteht für mich Resonanz und Bindung, vor allem wenn es nicht problembasiert sondern lösungsorientiert stattfindet.

Resümee

Gute Gespräche und resonanzreiche Begegnungen machen das Leben lebenswert, egal ob im beruflichen oder privaten Kontext. Sie bereichern unser Dasein und erfüllen uns mit Freude. Durch die Kunst des Zuhörens und des echten Austauschs können wir tiefe Verbindungen schaffen, die unser Leben und das der Menschen um uns herum bereichern.

Was sind Deine Gedanken zu diesem Thema? Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht oder eine andere Sichtweise? Teile Deine Geschichten und Erkenntnisse im Kommentarbereich unten oder sende mir eine Nachricht. Lass uns gemeinsam die Kunst des Zuhörens und guter Gespräche lebendig werden.

Geschrieben von:

Sandra Brauer

Sandra Brauer, Diplom-Kauffrau (FH), Systemische Beraterin (DGSF-zertifiziert), Stressmanagement-Trainerin, Prozessbegleiterin in der digitalen Transformation, Lehrauftrag an der FOM Hochschule Hamburg; Gründerin des Systemischen Netzwerks, Autorin im Junfermann Verlag. Schwerpunkte: Coaching von Einzelpersonen und Teams, Vermittlung digitaler Kompetenzen weitere Websiten: https://systemischesnetzwerk.de

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