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Interviewreihe | Happy Job Happy Me? | #4

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Worum geht´s?

In meiner freiberuflichen Tätigkeit habe ich häufig zu Personen Kontakt, die unzufrieden mit ihrer aktuellen beruflichen Situation sind. Mit dieser Interviewreihe möchte ich den Blick auf das Positive lenken und herausfinden, was Menschen benötigen, um zufrieden und vielleicht sogar glücklich arbeiten zu können.

Mein heutiger Interviewpartner heißt Michael Schenkel. Michael vermarktet die Dienstleistungen der Berlin t2informatik GmbH. „Die t2informatik GmbH entwickelt Software für großartige Unternehmen“ so Michael. Kommunikativ und humorvoll wären Eigenschaften, die ich Michael, den ich über Twitter kennengelernt habe, sofort zuschreiben würde. So auch Michaels Antwort auf die Frage, was er beruflich mache. Er selbst bezeichnet sich gerne als Quarterback: das Spielfeld vor sich haben und strategisch Einfluss nehmen und operativ agieren können. (Anm. d. Red.: Michael ist Leiter Marketing bei t2informatik).

Wie bist du zu Deinem Job gekommen? Welche Ausbildung hast du absolviert und wie war der Weg von damals bis heute in wenigen Worten beschrieben?

Ich bin Dipl. Betriebswirt (BA) und habe Mitte der 90er Jahre meine berufliche Laufbahn bei Alcatel, einem der größten Telekommunikationsanbieter Europas, im Vertrieb begonnen. Ich war Teil eines europaweiten Young High Potential Programms, wollte jedoch gerne die USA kennenlernen und habe daher meine Zelte für ein Jahr in Deutschland abgebrochen. Per Motorrad bin ich durch die USA gereist, habe in New Work gelebt und Sprach- und Marketingkurse belegt. Zurück in Deutschland habe ich 15 Jahre bei von microTOOL, einem Softwarehersteller für Projektmanagement und Requirements Engineering, gearbeitet. 10 Jahre davon im Vertrieb, die letzten 5 Jahre als Leiter Marketing. Seit 2 Jahren arbeite ich nun für t2informatik.

Auf einer Skala von 0 – 10 wie zufrieden bist du? (10 ist maximale Zufriedenheit)

Ich bin sehr zufrieden. Meine Frau und ich sind gesund, ich liebe meinen Job und lebe in einer meiner Lieblingsstädte. Ich habe tolle Freunde und das Glück, dass ich in eine bürgerliche Familie in Deutschland geboren wurde.

Was müsste vorhanden sein, damit du eine klare 10 vergeben kannst?

Ich weiß gar nicht, ob ich eine 10 erreichen möchte oder gar muss. Ich fände es schön, wenn wir wieder als Gesellschaft mehr in einem Miteinander und nicht in einem Gegeneinander leben würden. Natürlich ist das eine Utopie, aber ich möchte mir bspw. nicht jeden Tag Gedanken machen müssen, was ein Präsident in den USA von sich gibt. Ich möchte in einem Land leben, in dem keine Nazis im Bundestag sitzen. Und ich möchte, dass Klimawandelleugner erkennen, dass es nicht schadet, nachhaltig zu agieren. In meinem direkten familiären, freundschaftlichen und beruflichen Umfeld ist also so, wie ich es mir wünsche.

Beruf oder Berufung – was trifft eher auf Dich und Deinen Job zu?

Wie gesagt: ich liebe meinen Job. Ich beschäftige mich sehr viel damit und ich finde es großartig. Ich kann flexibel von überall arbeiten. Mein Chef und ich haben ein tolles Verhältnis und gegenseitiges Verständnis. Aber vermutlich ist es keine Berufung. Vielleicht wäre Fußballmanager eine Berufung?

Auf was oder wen würdest du in Deinem Kopf auf keinen Fall verzichten wollen?

Ich würde ja gerne sagen: auf meine schnelle Auffassungsgabe, aber ich bin gar nicht sicher worauf die Frage abzielt. Auf mein Gehirn würde ich ungern in meinem Kopf verzichten. Ich möchte auf keinen meiner Freunde verzichten. Beruflich finde ich Freiheit und Vertrauen unverzichtbar. Freiheit heißt nicht, ich kann immer tun und lassen was ich will, sondern ich kann in meinem Betätigungsfeld – das glücklicherweise ziemlich umfassend ist – frei agieren.

Wenn du an einen richtig guten Arbeitstag zurückdenkst, was war da anders als an anderen Tagen?

Ich freue mich immer, wenn mir ein toller Text gelungen ist oder ich einen tollen Text einer Gastautorin oder eines Gastautoren erhalten habe. Gastbeiträge, die flüssig und gleichzeitig fesselnd aus der Praxis berichten, begeistern mich.
Ich glaube, ich freue mich am meisten, wenn ich tatsächlich alle Dinge, die ich mir pro Tag vornehme, am Ende des Tages auch erledigt habe. Das ist zwar fast nie der Fall, dennoch möchte ich mir nicht weniger vornehmen, denn dann wäre die Freude auch nicht so groß. Aber keine Sorge: ich habe viele gute Arbeitstage.

Mal angenommen, du dürftest Deinen Job an jemand anderen weitergeben, welche Eigenschaften müsste er oder sie mitbringen, um einerseits gut darin zu sein und andererseits ebenso zufrieden darin arbeiten zu können? Welche Leidenschaft hätte zudem diese Person?

Mein Job ist ganz einfach. Die Person, die meinen Job macht, braucht lediglich ein bisschen Kreativität, sie sollte strukturieren und sich in Kunden oder Webseitenbesucher hineinversetzen können. Sie darf gerne eine eigene Meinung haben und nicht immer alles glauben, nur weil ein Berater etwas erzählt. Hinzu kommt noch SEO – das allerdings nicht zu knapp – und ein gutes Gedächtnis. Das Ganze wird noch mit einem eigenen Qualitätsanspruch, dem Wunsch, sich, die Website und die Dienstleistung des Unternehmens permanent weiterzuentwickeln, und die eine oder andere Überstunde gepaart. Und schon kann jemand meinen Job machen.
Leidenschaft? Weiß ich nicht. Eigenschaft: Neugierde. Und zwar in dem Sinne: wie funktioniert etwas, wie kann es bei mir funktionieren, was kann ich besser machen, warum läuft es anders, als ich es mir vorgestellt habe etc.

Hast du Dir schon mal Gedanken über Deine Grundwerte gemacht? (z.B. Vertrauen, Motivation, Respekt, Ehrlichkeit) Welche müssten Deiner Meinung nach erfüllt sein, damit du zufrieden und glücklich arbeiten kannst?

Vertrauen ist sicherlich sehr wichtig. Respekt auch. Beide Punkte zielen auch in Richtung Wertschätzung.
Ich bin ein Freund offener Kommunikation. Wir müssen nicht immer im Kreis tanzen und uns dabei an die Hände fassen. Es ist auch in Ordnung, wenn man sich klar die Meinung zu einer Sache sagt und seine Vorstellungen formuliert.
Meine Motivation ist sehr hoch, aber ich habe mir Gedanken über die Motivation anderer Kollegen abgewöhnt. Ich kann Motivation meist von außen schlecht einschätzen, also lasse ich es.
Freiheit ist mir wichtig.

Da ich permanent immer wieder zu Personen Kontakt habe, die unglücklich im Job sind und sich verändern möchten bzw. am liebsten ihr Umfeld verändern möchten, noch eine letzte Frage: Was würdest du Menschen, die nicht zufrieden arbeiten, raten, um ihre Situation zu verbessern? Ergänze dazu gern folgenden Satzanfang: „Hast du mal darüber nachgedacht, dass…..“

… du etwas ändern kannst, wenn Du etwas ändern willst?!“
Ich habe einige Freunde, die nicht so glücklich in ihrem Job sind. Manche sitzen in einem goldenen Käfig, da sie genüg Gehalt – gerne auch als Schmerzensgeld bezeichnet – erhalten. Andere treibt die Sorge um, dass es bei einem anderen Arbeitgeber auch nicht besser sein muss. Allgemeine Lösungen kann ich aber in solchen Szenarien nicht bieten, denn wie gesagt: Wer etwas verändern möchte, verändert etwas. Bei allen anderen scheint der Leidensdruck nicht hoch genug zu sein.“

Welche Werte/Vorstellungen in Bezug auf Arbeit hatten deine Eltern/Großeltern? Waren/Sind sie zufrieden?

Meine Großeltern hatten mehre Jobs parallel, um ihre Kinder „durchzubringen“. Mein Vater hat seinen Job sehr gerne gemacht und meine Mutter ist selbständig und mag ihre Freiheit. Von meiner Mutter habe ich eine Aussage „mitgenommen“: Wenn ich mit einer 2 oder 3 von der Schule nach Hause kam und ihr sagte, es gäbe viele Schüler mit einer 4 oder gar einer 5, dann fragte sie mich: „Warum vergleichst Du Deine Leistung mit schlechteren Leistungen?“ Das hilft mir heute noch: vieles was ich tue, ist sehr gut, könnte aber noch besser sein. Und es macht viel Spaß, noch besser zu arbeiten und noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Interessanterweise wird es für mich mit zunehmenden Alter immer unwichtiger, was „andere“ denken.

Michael trifft sich auch gern auf einen Kaffee mit Euch in Berlin. Meldet Euch gern bei ihm. Unser persönliches Treffen steht auch noch aus. Ich freue mich bereits jetzt darauf.

Herzlichen Dank für Deine Zeit und Mühe, lieber Michael, mein Vorhaben zu unterstützen und vielleicht dadurch einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass Menschen daran glauben, zufrieden und glücklich arbeiten zu können. Frei nach meinem Montagsmotto: #loveitchangeitleaveit – du hast immer eine Wahl!

Möchtest du, lieber Leser/liebe Leserin, auch anderen Menschen Dein persönliches Geheimnis verraten, wie es möglich wird, zufrieden oder sogar glücklich zu arbeiten? Einzige Bedingung, du bist bereits länger als ein Jahr in Deinem aktuellen Job beschäftigt und bist zufrieden – dann melde Dich gern bei mir

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